AUS DER GESCHICHTE DES MÄNNERGESANGVEREINS GEMÜTLICHKEIT HOLLAGE

 

Als im Jahre 1866 der junge Lehrer Adolf Burlage in Wallenhorst 20-25 junge, ledige Männer zusammenrief, um mit ihnen nach dem sonntäglichen Hochamt „festliche Lieder“ einzuüben, schuf er damit die Geburtsstunde der „Hollager Gemütlichkeit“. Adolf Burlage machte es sich zur Aufgabe, mit den jungen Männern in der Schule nach dem Gottesdienst neue, mehrstimmige Lieder einzuüben. Dabei sollte die Sangesfreundschaft durch gemütliches Beisammensein bis in den Nachmittag vertieft werden. Auf diese Weise ist der Name „Gemütlichkeit“ Hollage entstanden. An dieser Vereinbezeichnung, die kurz gesagt ein ganzes Programm beinhaltet, hat man bis auf den heutigen Tag festgehalten.

So sang der neu geschaffene Männerchor bis 1872 unter der Leitung von Adolf Burlage, dann übernahm der Hollager Lehrer Bernhard Egbers die Chorleitung. Der Chor sang an den Hochfesten des Kirchenjahres, beim Bischofbesuch und bei anderen festlichen Anlässen in der alten ehrwürdigen Kirche von Wallenhorst. Außerdem spielte der Chor Theaterstücke auf Dielen, später im Saal Strößner. Ab 1880 durften auch Verheiratete Mitglied des Chores werden, vorausgesetzt, sie hatten die ausdrückliche Erlaubnis ihrer Familie. Seit 1881 fanden die Übungsstunden in der Gasstätte Strößner statt. Als im Jahre 1881 die neue Alexanderkirche Mittelpunkt des kirchlichen Lebens geworden war, wirkte auch hier die „Gemütlichkeit“ an der Ausgestaltung der festlichen Gottesdienste unter der Leitung von Bernhard Egbers mit bis zum Jahre 1913. In diesem Jahr wurde in Wallenhorst ein eigener Kirchenchor geschaffen.

Nach dem Ende des ersten Weltkrieges wurde dann in Hollage unter schwierigsten Bedingungen in den Jahren 1921/1922 eine eigene Kirche gebaut und am 22.10.1922 eingeweiht. Von da an übernahm der MGV Gemütlichkeit unter der Leitung des neuen Dirigenten Heinrich Römermann die Ausgestaltung der festtäglichen Gottesdienste in Hollage.
Nach dem Tode des langjährigen Dirigenten Heinrich Römermann übernahm 1954 der damalige Schulleiter Josef Reichert den Dirigentenstab für den MGV Hollage. Unter seiner Leitung konnte der MGV im Jahre 1956 mit 54 aktiven Sängern sein 90-jähriges Bestehen feiern. 10 Jahre später konnte der MGV Gemütlichkeit sein- für viele Chöre sehr seltenes- 100-jähriges Bestehen feiern. Aus den vielen Glückwünschen und Geleitworten, die dem Verein damals zugingen, war zu ersehen, welches hohe Ansehen sich der MGV Gemütlichkeit unter der Chorleitung von Josef Reichert erworben hatte. Am 19. Februar 1974 wurde der langjährige Dirigent, Rektor i. R. Josef Reichert von seinem Amt als Chorleiter verabschiedet und zum Ehrenchorleiter ernannt.

Neuen Schwung brachte der junge, dynamische Gerhard Reese aus Osnabrück als nächster Leiter in den Chor. Modernes Liedgut wurde eingeübt: seemännische, mexikanische und russische Folklore gehörten dazu. In einem Tonstudio in Kamen sang der Chor Seemannslieder, die mit anderen Chören unter der Förderung vom TV-Unterhalter Lou van Burg auf einer Schallplatte veröffentlicht wurden. 1992 siedelte er nach Pye in sein neues Haus und übernahm die Leitung des Chores „Sängerlust“ Pye.

Gerhard Knabe wurde nun als Chorleiter engagiert. Es gelang ihm, den Chor in kurzer Zeit auf seine Art zu begeistern. Der Chor erinnert sich noch gern an den Rückbesuch in der Wallenhorster Patenstadt Mirow und an die von ihm dirigierten Gesänge in der Kirche und auf der Freibühne. Leider erkrankte er ernsthaft und verstarb nach nur wenigen Monaten. Die Osnabrücker Studentin Kerstin Wüller vertrat ihn bis ein Nachfolger gefunden wurde.

Manfred Palubitzki, erfahrener Sänger und stellvertretender Chorleiter des Lechtinger Männerchores übernahm mit viel Ehrgeiz 1993 die Chorleitung des Männergesangvereins Gemütlichkeit Hollage. Vielen sind die Konzerte mit den Waldhornbläsern vom Konservatorium Osnabrück im Saal Barlag oder auch das Adventskonzert mit dem damaligen Hollager Frauenchor in der Turnhalle in guter Erinnerung.

Jan Elster, ein junger Lehramtstudent der Uni in Osnabrück, übernahm im Juni 2002 den Taktstock. Noch nicht halb so alt wie das jüngste Chormitglied (stimmt inzwischen dank neuer junger Sänger nicht mehr) gewann er mit viel Takt das Vertrauen des Chores. Neben den gewohnten und lieb gewonnenen Liedern werden nun auch andere Rhythmen geübt. Das Adventskonzert Ende 2004 in der vollen St. Josef´s Kirche mit Unterstützung des Gemischten Chores „Cäcilia“ aus Wallenhorst, des Hollager Kinderchores und der Solistin Kerstin Wüller war ein voller Erfolg. Ebenso erfolgreich war das Festkonzert zum 140-jährigen Jubiläum mit Gastchören und Musikgruppen aus Wallenhorst und Pye in der Haselandhalle am 16. September 2006.